Inhalt 10
- Das Wichtigste in Kürze
- Großwärmepumpe Kosten je kW: Was zeigen die Zahlen?
- Welche Wärmequelle ist günstiger: Luft, Wasser, Erdreich oder Abwärme?
- Industriewärmepumpe und Hochtemperatur: Was ist anders?
- Was kostet der Betrieb einer Großwärmepumpe?
- Wie senken Sie die Stromkosten der Wärmepumpe?
- Förderung: KfW 522, EEW Modul 2 oder EEW Modul 4?
- Fallen bei Kosten und Förderung
- So gehen Sie vor
- Häufige Fragen
Dieser Beitrag richtet sich an Unternehmen, Gewerbebetriebe und Industrie. Für Privathaushalte gelten andere Preise und Programme. Wir rechnen Kosten, Betrieb und Förderung Schritt für Schritt vor. Wie wir Sie bei Auswahl und Angeboten begleiten, steht auf unserer Seite Großwärmepumpe für Ihren Betrieb.
Das Wichtigste in Kürze
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Veröffentlichte Kosten je kW gibt es nur für Anlagen ab 1 MW. Sie stammen aus einer Studie von 2023 für Wärmenetze, Preisstand 2022.
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Die Wärmequelle bestimmt den Preis. Bohrungen für Erdwärme machen laut Studie 60 bis 80 % der Kosten aus.
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Die Jahresarbeitszahl (JAZ) zeigt, wie viel Wärme 1 kWh Strom im Jahr erzeugt. Im Betrieb lohnt sich die Wärmepumpe ab JAZ 2,6, gerechnet mit den Durchschnittspreisen 2026 für kleinere Betriebe.
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Für die Heizung im Gebäude zahlt die KfW, die Förderbank des Bundes, 30 %. Für Prozesswärme zahlt das BAFA 40 bis 60 %. Das Programm heißt EEW Modul 2. EEW steht für Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft.
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Nutzt die Wärmepumpe Abwärme als Quelle, gilt EEW Modul 4 mit bis zu 45 %. Ohne Förderung muss sich das Vorhaben erst in mehr als 3 Jahren rechnen.
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Bei EEW-Anträgen ab dem 01.01.2027 fördert das BAFA nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln. Das sind zum Beispiel Propan, Ammoniak oder CO2.
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Im Niederspannungsnetz senkt § 14a EnWG das Netzentgelt, also die Kosten für die Nutzung des Stromnetzes. Im Beispiel spart ein eigener Zähler rund 3.300 € im Jahr.
Großwärmepumpe Kosten je kW: Was zeigen die Zahlen?
Eine Großwärmepumpe mit 1 MW (1.000 kW) kostet 700 bis 1.600 € je kW. Das gilt für Luft, Flusswasser, Abwasser oder Abwärme als Quelle. Abwärme ist Wärme, die im Betrieb ohnehin entsteht. Das zeigt eine Studie von Fraunhofer IEG für Agora Energiewende von 2023, Preisstand 2022. Mit Erdwärme liegen die Kosten bei 2.200 bis 3.600 € je kW. Die Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke spricht ab 100 kW von einer Großwärmepumpe.
Die Studie nennt ihre Zahlen selbst Orientierungswerte. Sie beruhen auf wenigen Projekten und auf Preisen von 2022. Sie gelten für Anlagen mit 1 bis 10 MW, wie sie Wärmenetze nutzen. Ein Wärmenetz (Fernwärme) liefert Wärme an viele Gebäude. Für kleinere Anlagen im Gewerbe gibt es keine veröffentlichten Werte je kW. Die Studie zeigt aber, dass die Kosten je kW mit steigender Leistung sinken. Eine Anlage mit 400 kW kostet je kW also mehr als eine mit 1 MW.
| Wärmequelle | Kosten je kW Heizleistung, Anlagen mit 1 bis 10 MW | Was Sie vorher klären |
|---|---|---|
| Außenluft (Luft-Wasser-Großwärmepumpe) | 700 bis 1.600 € (gemeinsame Spanne mit Fluss- und Seewasser, Abwasser und Abwärme) | Aufstellfläche, Schall, Leistung bei Frost |
| Fluss- oder Seewasser | 700 bis 1.600 € | Genehmigung, Entfernung zum Wasser, Bauarbeiten |
| Abwasser | 700 bis 1.600 € | Zugang zu Kanal oder Kläranlage, Wassermenge |
| Abwärme aus dem Betrieb | 700 bis 1.600 € | Menge, Temperatur, Zeiten, Entfernung zur Quelle |
| Erdwärme (oberflächennah oder tief) | 2.200 bis 3.600 € | Bohrungen kosten 1.500 bis 2.450 € je kW, das sind 60 bis 80 % der Kosten. |
| nur das Wärmepumpen-Aggregat (die Maschine selbst) | 320 bis 500 € bei 1 MW, 250 bis 330 € bei 10 MW | Der Verdichter ist laut Studie das teuerste Bauteil. Er presst das Kältemittel zusammen. |
Die Spannen enthalten die Wärmepumpe, den Anschluss der Quelle, Bau, Leitungen, Planung und einen Wärmespeicher. Die Studie betrachtet Anlagen für Wärmenetze. Umbauten an den Heizflächen in Ihrem Gebäude kommen darin nicht vor. Das Aggregat allein kostet bei 10 MW je kW etwa ein Drittel weniger als bei 1 MW. Hochtemperatur-Wärmepumpen kosten laut Studie je kW mehr.
So lesen Sie die Werte. Eine Luft-Wasser-Großwärmepumpe mit 1 MW kostet nach dieser Spanne 0,7 bis 1,6 Mio. €. Ein Angebot über 1,2 Mio. € liegt also im Rahmen. Ein Angebot über 2,5 Mio. € braucht eine Erklärung. Für Ihr Projekt zählen nur Angebote von Fachbetrieben. Diese Arbeit nehmen wir Ihnen ab: Wir holen mehrere Angebote ein und vergleichen sie Posten für Posten.
Welche Wärmequelle ist günstiger: Luft, Wasser, Erdreich oder Abwärme?
Die günstigste Quelle ist die mit den niedrigsten Kosten über die Laufzeit, nicht die mit dem niedrigsten Kaufpreis. Bohrungen für Erdwärme sind teuer. Sie halten laut Studie aber ein Vielfaches länger als die Wärmepumpe selbst. Außenluft ist günstig anzuschließen. Im Winter ist sie kalt, und die Wärmepumpe braucht dann mehr Strom.
Wie sparsam die Anlage arbeitet, hängt vom Temperaturhub ab. Der Temperaturhub ist der Abstand zwischen der Temperatur der Quelle und der Temperatur, die Sie brauchen. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) nennt eine Faustregel: 60 Grad Hub ergeben etwa einen COP von 3. Der COP ist die Leistungszahl. COP 3 heißt, aus 1 kWh Strom werden 3 kWh Wärme.
| Beispiel | Quelle | Bedarf | Temperaturhub | Einordnung nach dena-Faustregel |
|---|---|---|---|---|
| Abwärme aus Kälteanlage oder Kompressor | 40 °C | 100 °C Prozesswasser | 60 Grad | etwa COP 3 |
| Außenluft im Winter | 0 °C | 100 °C Prozesswasser | 100 Grad | deutlich unter COP 3 |
| Grundwasser | 10 °C | 50 °C Hallenheizung | 40 Grad | über COP 3 |
Abwärme ist dann günstig, wenn sie zur selben Zeit anfällt, in der Sie Wärme brauchen. Sonst brauchen Sie einen Speicher. Wie Sie Ihre Abwärme erfassen und welche Pflichten ab 2,5 GWh Energieverbrauch gelten, steht im Beitrag Abwärmenutzung im Unternehmen.
Industriewärmepumpe und Hochtemperatur: Was ist anders?
Eine Industriewärmepumpe liefert Prozesswärme, also Wärme für Produktionsschritte statt für Räume. Hochtemperatur-Wärmepumpen erreichen laut dena 50 bis 160 °C. Es gibt sie mit 20 kW bis über 20 MW.
Laut dena braucht die Industrie in Deutschland über 100 TWh Prozesswärme unter 150 °C. Beispiele sind Trocknen, Pasteurisieren, Sterilisieren und Destillieren. Dort kann eine Hochtemperatur-Wärmepumpe Dampf oder heißes Wasser aus Gas ersetzen. Reicht die Temperatur nicht ganz, kann sie vorwärmen. Den Rest liefert dann der Kessel.
Vor einem Angebot klären Sie diese Fragen:
- Welche Prozesse brauchen Wärme, welche brauchen Kälte, und zu welchen Zeiten?
- Welche Temperatur braucht jeder Prozess wirklich?
- Welche Abwärme gibt es, mit welcher Temperatur und Menge?
- Liegt der Temperaturhub unter 60 Grad?
- Wie viele Stunden im Jahr läuft die Anlage?
Für die Förderung über EEW Modul 2 gelten technische Mindestwerte. Die Wärmepumpe braucht eine effektive Leistungszahl von mindestens 2,0 im Betriebspunkt. Dazu kommt ein Gütegrad von mindestens 0,4. Der Gütegrad zeigt, wie nah die Wärmepumpe an die physikalisch höchste Leistungszahl kommt. Bei Außenluft gelten beide Werte bei 0 °C. Das Kältemittel ist der Stoff, der in der Wärmepumpe die Wärme aufnimmt und abgibt. Ab dem 01.01.2027 fördert das BAFA in der EEW nur Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln. Natürliche Kältemittel sind zum Beispiel Propan, Ammoniak oder CO2.
Was kostet der Betrieb einer Großwärmepumpe?
Die Betriebskosten ergeben sich aus der Wärmemenge geteilt durch die Jahresarbeitszahl, mal Strompreis. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist der COP im Mittel über ein ganzes Jahr. Die Wärmepumpe ist im Betrieb günstiger als der Gaskessel, wenn ihre JAZ über dem Verhältnis von Strompreis zu Wärmepreis aus Gas liegt.
Das Statistische Bundesamt meldet diese Durchschnittspreise für Unternehmen und Behörden. Sie gelten für das 1. Halbjahr 2026. Die Preise enthalten Grund- oder Leistungspreis, Arbeitspreis, Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen als Durchschnitt. Nur die beiden Durchschnitte aller Nicht-Haushalte (alle Kunden außer Privathaushalten) nennt das Amt ohne Mehrwertsteuer und andere abzugsfähige Steuern.
| Preis 1. Halbjahr 2026 | Wert |
|---|---|
| Strom, 20 bis 500 MWh im Jahr (vorläufig) | 23,66 ct/kWh |
| Strom, Durchschnitt aller Nicht-Haushalte (vorläufig) | 17,64 ct/kWh |
| Erdgas, 1.000 bis 10.000 GJ im Jahr (rund 280 bis 2.800 MWh) | 8,11 ct/kWh |
| Erdgas, Durchschnitt aller Nicht-Haushalte | 6,29 ct/kWh |
Rechenbeispiel 1: Betrieb mit 300.000 kWh Wärme im Jahr
Das Beispiel ist kein Kundenfall. Annahmen: Der Betrieb braucht 300.000 kWh Wärme. Der Gaskessel nutzt 90 % des Gases. Strom und Gas kosten die Durchschnittspreise der kleinen Verbrauchsgruppen.
| Variante | Rechnung | Kosten im Jahr |
|---|---|---|
| Gaskessel | 300.000 kWh ÷ 0,90 = 333.333 kWh Gas × 8,11 ct | 27.033 € |
| Wärmepumpe, JAZ 2,5 | 120.000 kWh Strom × 23,66 ct | 28.392 € (1.359 € mehr) |
| Wärmepumpe, JAZ 3,0 | 100.000 kWh Strom × 23,66 ct | 23.660 € (3.373 € weniger) |
| Wärmepumpe, JAZ 3,5 | 85.714 kWh Strom × 23,66 ct | 20.280 € (6.753 € weniger) |
Die Grenze liegt hier bei JAZ 2,6. Rechenweg: 23,66 ct ÷ (8,11 ct ÷ 0,90). Unter diesem Wert ist die Wärmepumpe im Betrieb teurer als der Kessel. Die Rechnung enthält keine Wartung und keine Kapitalkosten. Das sind die Kosten für das eingesetzte Geld. Rechnen Sie mit den Preisen Ihrer eigenen Rechnung nach.
Gehört Ihr Betrieb zum Produzierenden Gewerbe, gibt es eine Entlastung bei der Stromsteuer. Nach § 9b StromStG sind das 20 € je MWh, abzüglich 250 € Selbstbehalt im Jahr. Den Selbstbehalt tragen Sie selbst. Bei 100.000 kWh Wärmepumpenstrom sind das 1.750 €. Die Entlastung gilt nur für Wärme, die ein Unternehmen des Produzierenden Gewerbes selbst nutzt. Details stehen im Lexikon unter Stromsteuer-Entlastung nach § 9b StromStG.
Rechenbeispiel 2: Industriewärmepumpe mit 1 MW und Abwärme
Das Beispiel ist kein Kundenfall. Annahmen: Eine Wärmepumpe mit 1 MW nutzt Abwärme und läuft 6.000 Stunden im Jahr. Sie erreicht im Mittel COP 3,5. Sie kostet 1,0 Mio. €, ein Wert aus der Spanne der Studie. Strom und Gas kosten den Durchschnitt aller Nicht-Haushalte. Die Amortisation sagt, nach wie vielen Jahren die Ersparnis die Investition ausgeglichen hat.
| Posten | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Wärme im Jahr | 1.000 kW × 6.000 h | 6.000.000 kWh |
| Gaskessel | 6.000.000 kWh ÷ 0,90 × 6,29 ct | 419.333 € im Jahr |
| Wärmepumpe | 6.000.000 kWh ÷ 3,5 × 17,64 ct | 302.400 € im Jahr |
| Ersparnis im Betrieb | 419.333 € minus 302.400 € | 116.933 € im Jahr |
| Amortisation ohne Förderung | 1.000.000 € ÷ 116.933 € | 8,6 Jahre |
| Amortisation mit 35 % Zuschuss auf die ganze Investition (Obergrenze) | 650.000 € ÷ 116.933 € | 5,6 Jahre |
| Amortisation mit 15 % Zuschuss auf die Gesamtkosten | 850.000 € ÷ 116.933 € | 7,3 Jahre |
Die Grenze liegt hier bei COP 2,5. Rechenweg: 17,64 ct ÷ (6,29 ct ÷ 0,90). Die 35 % sind der höchste Satz für mittlere Unternehmen in EEW Modul 4. Er gilt auf die Mehrkosten gegenüber einer günstigeren Lösung. Deshalb ist die Zeile mit 35 % eine Obergrenze. Der Strompreis enthält Netzentgelte nur als Durchschnitt. Wartung, Speicher und die Kosten einer höheren Lastspitze fehlen in der Rechnung. Rechnen Sie diese mit den Angeboten nach.
Wie senken Sie die Stromkosten der Wärmepumpe?
Die Stromkosten senken Sie an drei Stellen: beim Netzentgelt, bei der Lastspitze und beim Stromvertrag. Das Netzentgelt ist der Preis für die Nutzung des Stromnetzes. Die Lastspitze ist der höchste Strombezug Ihres Betriebs in einer Viertelstunde.
Im Niederspannungsnetz gilt § 14a EnWG. Wärmepumpen über 4,2 kW gelten dort als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Der Netzbetreiber darf sie bei drohender Überlastung kurz drosseln. Bei Kaskaden (mehrere Wärmepumpen im Verbund) über 11 kW bleiben dabei mindestens 40 % der Anschlussleistung frei. Dafür sinkt Ihr Netzentgelt. Mit Modul 2 zahlen Sie nur 40 % des Arbeitspreises. Dafür braucht die Wärmepumpe einen eigenen Zähler ohne registrierende Leistungsmessung.
Rechenbeispiel mit dem Preisblatt 2026 von Netze Duisburg. Annahme: 80.000 kWh Wärmepumpenstrom, Preise netto.
| Modul nach § 14a | Rechnung | Netzentgelt im Jahr |
|---|---|---|
| Modul 1 (pauschaler Abzug, Zähler gemeinsam mit dem Betrieb) | 80.000 kWh × 6,94 ct plus 101,00 € Grundpreis minus 119,28 € | 5.533,72 € |
| Modul 2 (eigener Zähler) | 80.000 kWh × 2,78 ct, kein Grundpreis | 2.224,00 € |
| Unterschied | 3.309,72 € zugunsten Modul 2 |
Für den zweiten Zähler fallen Kosten beim Messstellenbetreiber an, der Ihren Zähler betreibt. Ziehen Sie diese ab. Jeder Netzbetreiber hat eigene Preise. Hat Ihr Betrieb einen Anschluss in der Mittelspannung, klären wir mit Ihrem Netzbetreiber, ob § 14a gilt.
Mit Leistungsmessung zahlen Sie zusätzlich einen Leistungspreis für Ihre höchste Viertelstunde im Jahr. Läuft die Wärmepumpe zu dieser Zeit mit, steigen die Kosten für das ganze Jahr. Wie das funktioniert, erklärt das Lexikon unter Leistungspreis und Lastspitzen. Für den Strom der Wärmepumpe holen wir zusammen mit Ihrem übrigen Bedarf Angebote ein. Das gehört zu unserer Leistung Energieeinkauf und Vertragsoptimierung.
Förderung: KfW 522, EEW Modul 2 oder EEW Modul 4?
Welches Programm passt, hängt davon ab, wofür Sie die Wärme nutzen und woher sie kommt. Jedes Programm hat eigene Bedingungen für Strom, Kältemittel und Vertrag. Für dieselbe Maßnahme dürfen Sie die Programme nicht kombinieren.
| KfW 522 | BAFA EEW Modul 2 | BAFA EEW Modul 4 Premium | |
|---|---|---|---|
| Wofür | Heizung in Nichtwohngebäuden | Prozesswärme: über 50 % der Wärme für Prozesse | Abwärmenutzung, Elektrifizierung von Prozessen |
| Wärmequelle | keine Raumluft | überwiegend Luft, Erdreich, Wasser oder Sonne; Abwärme nur anteilig | Abwärme als Quelle zulässig |
| Zuschuss | 30 % der förderfähigen Kosten, Höchstbetrag je m² | 60 % kleine, 50 % mittlere, 40 % große Unternehmen | Auf die Mehrkosten gegenüber einer günstigeren Lösung: bis 45 % kleine, 35 % mittlere, 25 % große Unternehmen. Auf die Gesamtkosten: 20, 15 und 10 %. Bonus bis 10 Prozentpunkte |
| Höchstbetrag | nach Nettogrundfläche, sinkt ab 01.02.2027 | 20 Mio. € je zusammenhängender Maßnahme | 20 Mio. € je zusammenhängender Maßnahme |
| Strom | keine Vorgabe | ausschließlich erneuerbarer Strom | keine Vorgabe; der Bonus für Elektrifizierung setzt Ökostrom voraus |
| Weitere Bedingung | Auslegung auf JAZ 3,0, Gerät auf der BAFA-Liste | effektive Leistungszahl mindestens 2,0, Gütegrad mindestens 0,4 | Einsparkonzept, Amortisation ohne Förderung über 3 Jahre |
| Kältemittel | ab 01.01.2028 nur natürliche | Anträge ab 01.01.2027 nur natürliche | Anträge ab 01.01.2027 nur natürliche |
| Leasing, Mietkauf | förderfähig | ausgeschlossen | ausgeschlossen |
| Vertrag vor dem Antrag | nur mit aufschiebender oder auflösender Bedingung | nur Planung | nur Planung |
Die EEW fördert keine Anlagen im Anwendungsbereich des Gebäuderechts. Reine Raumheizung läuft deshalb über die KfW. Wie die KfW-Förderung für Gebäude im Detail funktioniert, steht im Beitrag BEG-Förderung 2026 für Nichtwohngebäude.
Was bedeutet das in Euro?
Beispiel KfW 522 für eine Halle mit 5.000 m² Nettogrundfläche: Die förderfähigen Kosten betragen höchstens 464.050 €. Rechenweg: 28.000 € + 250 × 197 € + 600 × 118 € + 4.000 × 79 €. Der Zuschuss beträgt höchstens 139.215 €. Ab dem 01.02.2027 sinkt der Höchstbetrag auf 457.350 €. Maßgeblich ist der Tag des Antrags.
Im 1. Quartal 2027 soll sich der Satz für Wärmepumpen ändern. Für Geräte aus der EU bleiben 30 % möglich. Für Geräte von außerhalb der EU sinkt der Zuschuss auf 15 %. Mit dem Höchstbetrag ab 01.02.2027 wären das im Beispiel höchstens 68.603 € statt 137.205 €. Die Detailregel zum Ursprung fehlt noch (Stand 09.10.2026). Fragen Sie deshalb jeden Fachbetrieb nach dem Fertigungsort des Geräts.
Beispiel EEW für eine Prozess-Wärmepumpe mit 1,0 Mio. € Kosten, mittleres Unternehmen:
| Wärmequelle | Programm | Zuschuss |
|---|---|---|
| Außenluft oder Grundwasser, Ökostrom | EEW Modul 2, 50 % | 500.000 € |
| Abwärme aus dem eigenen Betrieb | EEW Modul 4 Premium, 35 % der Mehrkosten oder 15 % der Gesamtkosten | höchstens 350.000 €, bei 15 % der Gesamtkosten 150.000 € |
Der Zuschuss für Abwärme ist im Satz niedriger. Ist die Abwärme wärmer als Luft oder Grundwasser, sinkt aber der Strombedarf. Rechnen Sie beide Wege über die ganze Laufzeit. Bei Modul 4 fördert das BAFA entweder die Mehrkosten gegenüber einer günstigeren Lösung mit 35 % oder die Gesamtkosten mit 15 %. Den vollen Satz auf die Gesamtkosten gibt es nur für bestimmte Maßnahmen. Einen Bonus von bis zu 10 Prozentpunkten gibt es für Abwärmenutzung außerhalb Ihres Betriebs. Ihn gibt es auch für die Elektrifizierung von Prozessen mit Strom aus erneuerbaren Quellen. Elektrifizierung heißt: Strom ersetzt Gas oder Öl. Ersetzt Ihre Wärmepumpe einen Gaserzeuger und läuft sie mit Ökostrom, zählt das als Elektrifizierung. Der Bonus beträgt 10 Prozentpunkte auf die Mehrkosten und 5 Prozentpunkte bei der niedrigeren Quote auf die Gesamtkosten.
Weitere Wege
- KfW 295: Die EEW gibt es auch als Kredit mit Tilgungszuschuss. Einen Teil des Kredits müssen Sie dann nicht zurückzahlen. Es gelten dieselben technischen Anforderungen.
- Kälte-Klima-Richtlinie des BAFA: Sie fördert auch Wärmepumpen zur Abwärmenutzung. Anträge sind nur noch bis 31.12.2026 möglich. Den Auftrag vergeben Sie erst nach dem Bescheid.
- BEW für Wärmenetze: Das BAFA fördert Netze für mehr als 16 Gebäude oder mehr als 100 Wohnungen. Wärmepumpen, die in ein Netz einspeisen, erhalten zusätzlich eine Betriebskostenförderung.
Für EEW Modul 2 brauchen Sie erneuerbaren Strom für die ganze Betriebszeit. Das geht über eine eigene Solar-, Wind- oder Wasserkraftanlage, einen Ökostromvertrag oder PPA-Strom für Unternehmen. Strom und Wärme messen Sie mit eigenen Zählern. Die Daten bewahren Sie mindestens 3 Jahre auf.
Fallen bei Kosten und Förderung
Diese Fehler kosten Geld oder Zuschuss:
- Studienwerte als Preis genommen. Die Spannen gelten für Anlagen ab 1 MW mit Preisen von 2022. Für Ihre Anlage zählt nur ein Angebot.
- Abwärme-Wärmepumpe in Modul 2 beantragt. Modul 2 verlangt überwiegend erneuerbare Quellen. Reine Abwärme gehört in Modul 4.
- Raumheizung über die EEW geplant. Die EEW schließt Anlagen im Anwendungsbereich des Gebäuderechts aus. Dafür gibt es KfW 522.
- Modul 4 bei schneller Amortisation erwartet. Rechnet sich das Vorhaben ohne Förderung in 3 Jahren oder weniger, gibt es keinen Zuschuss.
- Ökostrom-Nachweis vergessen. Ohne erneuerbaren Strom für die ganze Betriebszeit entfällt Modul 2.
- Leasing für EEW-Anlagen geplant. Die EEW schließt Leasing und Mietkauf aus. Bei der KfW ist es erlaubt.
- § 14a Modul 2 am Zähler mit Leistungsmessung erwartet. Dort gibt es nur Modul 1.
- Antrag nach dem 01.02.2027 gestellt. Dann ist der KfW-Höchstbetrag niedriger.
So gehen Sie vor
In fünf Schritten kommen Sie von Ihren Rechnungen zum Angebot. Sie entscheiden bei jedem Schritt selbst.
- Daten sammeln. Gasrechnungen der letzten drei Jahre, Stromlastgang, Vorlauftemperaturen und Abwärmequellen.
- Quellen prüfen. Welche Quelle hat den kleinsten Temperaturhub und ist zur richtigen Zeit verfügbar?
- Programm wählen. Gebäude, Prozess oder Abwärme entscheiden über KfW 522, EEW Modul 2 oder Modul 4.
- Angebote einholen. Mehrere Fachbetriebe, deren Verträge zur Förderbedingung passen.
- Strom klären. § 14a, Lastspitze, Ökostrom und Angebote für Ihren Strombedarf.
Sie geben die Arbeit rund um die Angebote an uns ab und sparen Zeit. Ein fester Ansprechpartner begleitet Sie bei den Schritten 1 bis 5 bis zur Auswahl. Sie müssen nicht bei mehreren Fachbetrieben einzeln anfragen. Wir holen mehrere Angebote geprüfter Fachbetriebe ein und rechnen sie mit Betriebskosten, Netzentgelten und Förderung durch. Den Vertrag schließen Sie direkt mit dem Fachbetrieb. Wir bauen keine Anlagen und sind kein Energieeffizienz-Experte. Die geförderte Fachplanung und Baubegleitung macht ein Experte aus der Expertenliste. Er darf nicht für die Firmen arbeiten, die bauen. Welche Förderung passt, prüfen wir beim Angebotsvergleich mit, für Sie kostenlos. Die Bestätigung zum KfW-Antrag kann der Fachbetrieb ausstellen. Beim EEW-Antrag hilft Ihnen ein Partner. Das Einsparkonzept für EEW Modul 4 erstellt ein Partner-Energieberater zum Festpreis. Einen Überblick über alle Programme gibt unsere Fördermittelberatung für Unternehmen.
Für Sie ist unsere Beratung kostenlos, auch wenn Sie kein Angebot annehmen. Bei Wärmepumpen vergütet uns der Fachbetrieb, der die Anlage baut. Von unseren Partnern erhalten wir keine Vergütung. Alles Weitere steht auf unserer Preisseite.
Häufige Fragen
Was kostet eine Großwärmepumpe pro kW?
Für Anlagen ab 1 MW nennt Fraunhofer IEG 700 bis 1.600 € je kW mit Luft, Flusswasser, Abwasser oder Abwärme. Mit Erdwärme sind es 2.200 bis 3.600 € je kW. Die Studie ist von 2023, die Werte haben den Preisstand 2022. Kleinere Anlagen kosten je kW mehr.
Was kostet eine Großwärmepumpe mit 1 MW insgesamt?
Nach der Studienspanne kostet eine Anlage mit Luft, Flusswasser oder Abwärme 0,7 bis 1,6 Mio. €. Mit Erdwärme sind es 2,2 bis 3,6 Mio. €. Umbauten im Gebäude sind darin nicht enthalten. Den Preis für Ihren Standort zeigen nur Angebote.
Ab welcher Jahresarbeitszahl lohnt sich eine Großwärmepumpe im Betrieb?
Das hängt vom Verhältnis Ihrer Strom- und Gaspreise ab. Bei den Durchschnittspreisen 2026 für kleinere Betriebe liegt die Grenze bei JAZ 2,6. Bei den Durchschnittspreisen aller Unternehmen liegt sie bei 2,5. Wartung und Kapitalkosten kommen noch hinzu.
Bekommt eine Industriewärmepumpe mehr Förderung als eine Heizungswärmepumpe?
Der Satz ist höher, wenn über 50 % der Wärme in Prozesse gehen. Dann zahlt das BAFA 40 bis 60 % über EEW Modul 2. Für die Gebäudeheizung zahlt die KfW 30 % bis zu einem Höchstbetrag. Modul 2 verlangt dafür erneuerbaren Strom für die ganze Betriebszeit.
Welche Förderung gibt es für eine Wärmepumpe, die Abwärme nutzt?
Für reine Abwärme gilt EEW Modul 4 Premium mit bis zu 45, 35 oder 25 % der Mehrkosten, je nach Unternehmensgröße. Sie brauchen ein Einsparkonzept auf dem Formular des BAFA. Ohne Förderung muss sich das Vorhaben in mehr als 3 Jahren amortisieren. Bis 31.12.2026 ist auch ein Antrag nach der Kälte-Klima-Richtlinie möglich.
Zählt der Hersteller der Wärmepumpe für die Förderung?
Bei der KfW soll er ab dem 1. Quartal 2027 zählen. Für Geräte aus der EU bleiben 30 % möglich, für andere sinkt der Zuschuss auf 15 %. Die Detailregel fehlt noch (Stand 09.10.2026). Einen Hersteller empfehlen wir nicht pauschal, wir vergleichen die Angebote.
Gilt § 14a EnWG auch für Großwärmepumpen im Gewerbe?
Ja, wenn die Anlage im Niederspannungsnetz hängt und mehr als 4,2 kW hat. Bei Kaskaden über 11 kW bleiben bei einer Drosselung mindestens 40 % der Leistung. Modul 2 gibt es nur mit eigenem Zähler ohne Leistungsmessung. In der Mittelspannung klären wir mit Ihrem Netzbetreiber, ob § 14a gilt.
Was kostet Ihre Beratung?
Für Sie ist sie kostenlos, auch wenn Sie kein Angebot annehmen. Die Vergütung zahlt der Fachbetrieb, der die Anlage baut. Wir sagen das offen, damit Sie wissen, wer uns bezahlt.
Quellen (Stand Oktober 2026) 19
- Agora Energiewende und Fraunhofer IEG, Roll-out von Großwärmepumpen in Deutschland (2023), Kapitel 7.2, S. 75 bis 77, Abbildung 31, abgerufen am 09.10.2026
- Agora Energiewende, Abbildung „Einfluss der Wärmequelle … auf die Investitionskosten von Großwärmepumpenprojekten“, abgerufen am 09.10.2026
- Deutsche Energie-Agentur (dena), Technologie-Fakten Hochtemperatur-Wärmepumpen (01/2022), abgerufen am 09.10.2026
- Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke, Factsheet Einsatz von (Groß-)Wärmepumpen (10/2023), abgerufen am 09.10.2026
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 345 vom 30.09.2026 (Preise 1. Halbjahr 2026; Methodik: Grund- bzw. Leistungspreis, Arbeitspreis, Netzentgelte, Steuern, Abgaben, Umlagen), abgerufen am 09.10.2026
- § 9b StromStG, abgerufen am 09.10.2026
- § 14a EnWG, abgerufen am 09.10.2026
- Bundesnetzagentur, Integration von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen (4,2 kW, Kaskaden über 11 kW, Skalierungsfaktor 0,4, Modul 2), abgerufen am 09.10.2026
- Netze Duisburg GmbH, Preisblatt Netznutzung Strom ab 01.01.2026 (Module 1 und 2), abgerufen am 09.10.2026
- KfW, Heizungsförderung für Unternehmen, Nichtwohngebäude (522), abgerufen am 09.10.2026
- KfW, Anpassungen in der BEG 2026 (Wertschöpfungsbonus 1. Quartal 2027), abgerufen am 09.10.2026
- BMWE, Richtlinie BEG Einzelmaßnahmen vom 17.08.2026, BAnz AT 27.08.2026 B1 (TMA 3.4: JAZ 3,0, Raumluft, natürliche Kältemittel ab 2028), abgerufen am 09.10.2026
- BAFA, EEW Modul 2 Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien, abgerufen am 09.10.2026
- BAFA, EEW Modul 4 Premiumförderung und Dekarbonisierungsbonus, abgerufen am 09.10.2026
- BAFA, Merkblatt EEW Zuschuss, Version 7.4 (Nr. 2.2, 2.4.2, 2.7 a, c, d), abgerufen am 09.10.2026
- BAFA, Anlage zum Merkblatt Modul 2 (COPeff, Gütegrad mindestens 0,4 auf S. 8, erneuerbarer Strom, Messung), abgerufen am 09.10.2026
- BAFA, Kälte- und Klimaanlagen (Antragsende 31.12.2026), abgerufen am 09.10.2026
- BAFA, Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW), abgerufen am 09.10.2026
- KfW, Programm 295 Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft, abgerufen am 09.10.2026