Inhalt 11
- Das Wichtigste in Kürze
- Was bedeutet PPA-Strom?
- Welche PPA-Arten gibt es?
- On-site-PPA: Strom vom eigenen Dach ohne Netz
- Off-site-PPA: Strom über das öffentliche Netz
- Was kostet PPA-Strom? Preis und Vergleich
- Rechenbeispiel: On-site-PPA für einen Betrieb
- Worauf achten Sie im PPA-Vertrag?
- Welche Fehler machen PPA-Strom teuer?
- Wie passt PPA-Strom zu Ihren Stromverträgen?
- Häufige Fragen
Dieser Beitrag richtet sich an Betriebe mit eigener Stromrechnung und an Eigentümer von Hallen- und Bürodächern. Wir erklären beide PPA-Arten, rechnen ein Beispiel und zeigen, was in den Vertrag gehört. So sehen Sie, wann ein PPA Ihre Stromkosten senkt und wann nicht.
Das Wichtigste in Kürze
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PPA steht für Power Purchase Agreement. Das ist ein Stromliefervertrag direkt mit dem Betreiber einer Erzeugungsanlage.
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Beim On-site-PPA fallen für den Strom vom Dach kein Netzentgelt und keine Umlagen an. Bei Anlagen bis 2 MW ist er auch stromsteuerfrei.
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Beim Off-site-PPA bleiben Netzentgelte und Umlagen, die Stromsteuer in der Regel auch. Der PPA-Preis ersetzt nur den Energiepreis Ihres Liefervertrags.
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Solarstrom war an der Börse 2025 im Mittel 4,508 ct/kWh wert. Der Durchschnittspreis aller Stunden lag bei 8,932 ct/kWh.
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Ein PPA aus Sonne oder Wind deckt Ihren Verbrauch nicht in jeder Viertelstunde. Den Reststrom brauchen Sie weiter aus dem Netz. Dafür holen wir Angebote mehrerer Versorger ein.
Was bedeutet PPA-Strom?
PPA-Strom ist Strom aus einer bestimmten Anlage, den Sie direkt vom Betreiber kaufen. Der Vertrag heißt Power Purchase Agreement, auf Deutsch Stromabnahmevertrag. Er legt Menge, Preis und Laufzeit fest. Laut Solar Cluster Baden-Württemberg liegen die Laufzeiten zwischen 5 und 30 Jahren.
Bei einem normalen Liefervertrag kauft Ihr Versorger den Strom am Großhandelsmarkt. Er mischt ihn aus verschiedenen Quellen und liefert Ihnen eine Vollversorgung. Vollversorgung heißt, er liefert jede Kilowattstunde, die Sie verbrauchen. Ein PPA bindet Sie dagegen an eine Anlage und an deren Erzeugung.
Abnehmer eines PPA kann ein Unternehmen sein, das den Strom selbst verbraucht. Man spricht dann von einem Corporate PPA. Um solche Verträge geht es in diesem Beitrag. Kurze Erklärungen weiterer Begriffe finden Sie im Energie-Lexikon.
Welche PPA-Arten gibt es?
Es gibt drei Grundformen. Sie unterscheiden sich darin, wo die Anlage steht und welchen Weg der Strom nimmt.
| PPA-Art | Wo steht die Anlage? | Weg des Stroms | Netzentgelt und Umlagen auf diesen Strom | Stromsteuer |
|---|---|---|---|---|
| On-site-PPA | auf Ihrem Dach oder Gelände | eigene Leitung im Gebäude, ohne öffentliches Netz | keine (§ 12 Abs. 1 EnFG) | frei bei Anlagen bis 2 MW im Umkreis von 4,5 km (§ 9 Abs. 1 Nr. 3 StromStG, § 12b Abs. 3 StromStV) |
| Off-site-PPA, physisch | an einem anderen Ort, zum Beispiel ein Solarpark | öffentliches Netz, abgerechnet über Bilanzkreise | fallen an wie bei jedem Netzstrom | fällt in der Regel an; ob Strom aus Anlagen bis 2 MW im Umkreis von 4,5 km auch über das Netz frei ist, klärt das Hauptzollamt |
| Off-site-PPA, finanziell (auch virtuelles PPA) | an einem anderen Ort | Sie erhalten keinen Strom aus der Anlage. Beide Seiten gleichen nur die Preisdifferenz aus. | fallen auf Ihren normalen Strombezug an | fällt auf Ihren normalen Strombezug an |
Ein Bilanzkreis ist ein Konto für Strommengen. Darin gleicht ein Versorger jede Viertelstunde Einspeisung und Verbrauch ab. Beim physischen Off-site-PPA übernimmt das ein Bilanzkreisverantwortlicher, zum Beispiel Ihr Versorger.
Eine Sonderform ist die eigene Leitung zu einer Anlage auf dem Nachbargrundstück. Ob dafür Netzentgelt und Umlagen entfallen, hängt davon ab, ob die Leitung rechtlich als Netz gilt. Das klärt Ihr Netzbetreiber im Einzelfall.
On-site-PPA: Strom vom eigenen Dach ohne Netz
Beim On-site-PPA baut ein Investor eine Anlage auf Ihrem Dach und verkauft Ihnen den Strom. Sie investieren nichts. Der Investor plant, baut, versichert und wartet die Anlage. Dafür nutzt er Ihr Dach über einen Pachtvertrag oder einen Nutzungsvertrag. Wie die Dachpacht funktioniert, zeigt unsere Seite Dachpacht für Gewerbedächer.
Der Strom fließt direkt vom Dach in Ihren Betrieb. Dafür zahlen Sie kein Netzentgelt. Netzentgelte sind die Kosten für die Nutzung des öffentlichen Stromnetzes. Auch die Umlagen fallen weg. Umlagen sind gesetzliche Aufschläge auf den Strompreis. Das Gesetz erhebt sie nur auf Strom, den Sie aus dem Netz entnehmen (§ 12 Abs. 1 EnFG). Die Konzessionsabgabe entfällt in der Regel ebenfalls. Sie ist ein Entgelt für Leitungen in öffentlichen Wegen (§ 48 Abs. 1 EnWG). Für Ihren Fall bestätigt das Ihr Netzbetreiber.
Solarstrom aus Anlagen bis 2 MW ist stromsteuerfrei (§ 9 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. b StromStG). Der Betreiber muss ihn dafür an Letztverbraucher in der Nähe liefern. Nähe heißt im Umkreis von 4,5 km um die Anlage (§ 12b Abs. 3 StromStV). Erhält Ihr Betrieb die Stromsteuer-Entlastung nach § 9b StromStG, sparen Sie dadurch effektiv nur 0,05 ct/kWh.
Der Investor wird mit der Lieferung zum Stromlieferanten. Für ihn gelten die Pflichten zu Rechnung, Vertragsinhalt und Stromkennzeichnung (§§ 40 bis 42 EnWG). Eine Anzeige bei der Bundesnetzagentur braucht er nur, wenn er Haushaltskunden beliefert (§ 5 Abs. 1 EnWG). Ein Betrieb mit mehr als 10.000 kWh Jahresverbrauch ist kein Haushaltskunde. Für die steuerfreie Lieferung braucht der Investor eine steuerliche Erlaubnis (§ 9 Abs. 4 Nr. 3 StromStG).
Drei Vertragswege für den Strom vom Dach
Für den Strom vom Dach gibt es drei Wege. Der freie On-site-PPA ist ein normaler Liefervertrag. Daneben stehen zwei Modelle mit eigenen gesetzlichen Regeln.
| Merkmal | Freier On-site-PPA | Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (§ 42b EnWG) | Mieterstrom (§ 42a EnWG, § 21 Abs. 3 EEG) |
|---|---|---|---|
| Rechtsgrundlage | allgemeines Energierecht, kein Sondergesetz | Gebäudestromnutzungsvertrag | Mieterstromvertrag |
| Zuschlag für den Betreiber | keiner | keiner | Mieterstromzuschlag bei Inbetriebnahme 01.08. bis 31.12.2026: 2,51 ct/kWh bis 10 kW, 2,33 ct/kWh bis 40 kW, 1,57 ct/kWh bis 1.000 kW, jeweils anteilig je Leistungsstufe (§ 23c EEG); bei 300 kWp im Mittel 1,68 ct/kWh |
| Reststrom | frei vereinbar | Sie wählen den Lieferanten frei (§ 42b Abs. 3) | Der Betreiber muss auch den Reststrom liefern (§ 42a Abs. 2 Satz 6) |
| Pflichten des Betreibers als Lieferant | gelten (§§ 40 bis 42 EnWG) | weitgehend ausgeschlossen (§ 42b Abs. 4) | gelten (§ 42a Abs. 1) |
Reststrom ist der Strom, den Sie weiter aus dem Netz brauchen, zum Beispiel nachts. Wir empfehlen Verträge, bei denen Sie den Reststrom frei wählen können. Dann holen wir dafür Angebote mehrerer Versorger ein. Beide gesetzlichen Modelle rechnen wir auf der Seite zur Dachpacht durch.
Was der Strom vom Dach nicht senkt
Der Leistungspreis richtet sich nach Ihrer höchsten Viertelstunde im Jahr. Er ist ein Teil der Netzentgelte und bleibt, wenn diese Viertelstunde nicht sinkt. Liegt Ihre Spitze an einem trüben Wintermorgen, ändert die Solaranlage daran nichts. Mehr dazu unter Leistungspreis und Lastspitzen.
Auch der Grundpreis und das Messentgelt bleiben. Der Strom vom Dach ersetzt nur Kilowattstunden. Er ersetzt keinen Netzanschluss.
Off-site-PPA: Strom über das öffentliche Netz
Beim Off-site-PPA kommt der Strom aus einer Anlage an einem anderen Ort. Das ist zum Beispiel ein Solarpark oder Windpark. Der Strom wird ins Netz eingespeist. Bei Ihnen kommt er bilanziell an, also als gebuchte Menge im Bilanzkreis. Physikalisch erhalten Sie den Strommix aus dem Netz.
Für diesen Strom zahlen Sie alle Netzkosten. Dazu gehören Netzentgelt, Umlagen, Konzessionsabgabe und in der Regel die Stromsteuer. Der PPA-Preis ersetzt nur den Energiepreis Ihres Liefervertrags. Ein Off-site-PPA senkt deshalb keine Netzentgelte.
Lieferung nach Erzeugung oder als festes Band
Beim Off-site-PPA wählen Sie, in welcher Form die Menge kommt. Davon hängt ab, wer das Mengenrisiko trägt.
| Lieferform | Was Sie bekommen | Wer das Risiko trägt |
|---|---|---|
| Lieferung nach Erzeugung (Pay-as-produced) | genau die Menge, die die Anlage gerade erzeugt | Sie. Scheint die Sonne am Sonntag, nehmen Sie Strom ab, den Sie nicht brauchen. |
| Bandlieferung (Baseload) | in jeder Stunde dieselbe Leistung | der Betreiber oder Ihr Versorger. Er verlangt dafür einen Aufschlag. |
Überschüsse aus einer Lieferung nach Erzeugung verkauft Ihr Versorger am Spotmarkt. Der Spotmarkt ist der Börsenhandel für den nächsten Tag, auch Day-Ahead-Markt genannt. 2025 gab es dort in 573 von 8.760 Stunden negative Preise (Bundesnetzagentur). In diesen Stunden muss der Verkäufer für die Abnahme bezahlen.
Grünstrom-Nachweis: Herkunftsnachweise
Ein Herkunftsnachweis belegt, dass eine Kilowattstunde aus erneuerbaren Energien stammt. Das Umweltbundesamt stellt ihn aus, überträgt ihn und entwertet ihn (§ 79 Abs. 1 EEG). Es stellt ihn nur für Strom aus, für den der Betreiber keine EEG-Zahlung erhält.
Marktprämie und Einspeisevergütung sind Förderungen nach dem EEG. Erhält der Betreiber eine davon, darf er keine Herkunftsnachweise weitergeben (§ 80 Abs. 2 EEG). Er darf denselben Strom auch nicht zweimal verkaufen (§ 80 Abs. 1 EEG). Für ein PPA mit Grünstrom-Nachweis darf die Anlage deshalb keine EEG-Zahlung erhalten. Das gilt zum Beispiel in der sonstigen Direktvermarktung. Ein Wechsel dorthin ist zum ersten Tag jedes Monats möglich (§ 21b Abs. 1 EEG). Fragen Sie vor dem Abschluss, aus welcher Anlage Ihre Nachweise kommen.
Finanzielles PPA
Beim finanziellen PPA fließt kein Strom aus der Anlage zu Ihnen. Sie kaufen weiter bei Ihrem Versorger. Mit dem Betreiber vereinbaren Sie einen festen Preis. Liegt der Börsenpreis darunter, zahlen Sie ihm die Differenz. Liegt er darüber, zahlt er Ihnen die Differenz. Das ist eine Preisabsicherung. Lassen Sie vor dem Abschluss von Ihrem Wirtschaftsprüfer klären, wie der Vertrag in der Bilanz erscheint.
Was kostet PPA-Strom? Preis und Vergleich
Amtliche Zahlen zu PPA-Preisen gibt es nicht. Jeder Preis entsteht in der Verhandlung. Er hängt an den Kosten der Anlage, an der Laufzeit, an der Lieferform und an Ihrer Bonität. Bonität ist Ihre Kreditwürdigkeit. Der Betreiber finanziert seine Anlage zum Teil über Ihren Vertrag.
Warum Solarstrom an der Börse weniger wert ist
Solaranlagen erzeugen alle zur selben Zeit. Dann sinkt der Börsenpreis. Die Übertragungsnetzbetreiber berechnen dafür den Marktwert Solar. Das ist der Börsenpreis, gemittelt nach der Menge, die Solaranlagen einspeisen. 2025 lag er bei 4,508 ct/kWh. Der Durchschnittspreis am Day-Ahead-Markt lag 2025 bei 89,32 € je MWh, also 8,932 ct/kWh (Bundesnetzagentur). Solarstrom war damit im Mittel rund halb so viel wert wie der Durchschnitt aller Stunden.
Ein PPA-Preis für Solarstrom nach Erzeugung ist deshalb mit einem Preis für Bandlieferung nicht direkt vergleichbar. Vergleichen Sie Angebote immer mit demselben Lieferprofil.
So vergleichen Sie PPA-Angebote richtig
Ein On-site-PPA ersetzt mehr Bestandteile Ihrer Rechnung als ein Off-site-PPA. Die Tabelle zeigt, welche Bestandteile Sie je Kilowattstunde vom Dach nicht mehr zahlen. Für das Netzentgelt nutzen wir als Beispiel das Preisblatt 2026 von N-ERGIE Netz, Mittelspannung.
| Bestandteil je kWh | Betrieb ab 2.500 Benutzungsstunden | Betrieb unter 2.500 Benutzungsstunden |
|---|---|---|
| Arbeitspreis Netzentgelt (N-ERGIE Netz, Mittelspannung 2026) | 0,77 ct | 6,67 ct |
| KWKG-Umlage 2026 | 0,446 ct | 0,446 ct |
| Offshore-Netzumlage 2026 | 0,941 ct | 0,941 ct |
| Aufschlag für besondere Netznutzung 2026, erste GWh | 1,559 ct | 1,559 ct |
| Konzessionsabgabe für Sondervertragskunden, höchstens | 0,11 ct | 0,11 ct |
| Stromsteuer ohne Entlastung nach § 9b StromStG | 2,05 ct | 2,05 ct |
| Summe, die beim On-site-PPA entfällt | 5,876 ct | 11,776 ct |
Benutzungsstunden sind Ihr Jahresverbrauch geteilt durch Ihre höchste Leistung. Sie zeigen, wie gleichmäßig Sie Strom beziehen. Bezieht Ihr Betrieb durch das PPA weniger Strom aus dem Netz, sinken seine Benutzungsstunden. Er kann dann in die andere Spalte des Preisblatts fallen. Bei anderen Netzbetreibern gelten andere Arbeitspreise.
Daraus folgen zwei Regeln für den Vergleich:
- Ein On-site-PPA lohnt sich, solange sein Preis unter Ihrem Energiepreis plus der Tabellensumme liegt.
- Ein Off-site-PPA lohnt sich nur, wenn sein Preis unter Ihrem Energiepreis allein liegt. Alle anderen Bestandteile zahlen Sie weiter.
Rechenbeispiel: On-site-PPA für einen Betrieb
Das folgende Beispiel ist kein Kundenfall. Werte mit „Annahme“ sind gesetzt, die anderen belegt.
| Größe | Wert | Herkunft |
|---|---|---|
| Stromverbrauch des Betriebs | 450.000 kWh im Jahr | Annahme |
| Anlage auf dem Dach | 300 kWp | Annahme |
| Ertrag je kWp | 1.000 kWh im Jahr | Annahme, innerhalb der Spanne 935 bis 1.280 kWh (Fraunhofer ISE) |
| Davon im Betrieb verbraucht | 60 %, also 180.000 kWh | Annahme |
| Netzanschluss | Mittelspannung, unter 2.500 Benutzungsstunden, N-ERGIE Netz | Annahme, Preisblatt 2026 |
| Energiepreis im bisherigen Liefervertrag | 10,0 ct/kWh netto | Annahme |
| Preis im On-site-PPA | 15,0 ct/kWh netto | Annahme |
kWp steht für Kilowatt Peak. Das ist die Spitzenleistung der Module unter Testbedingungen.
So rechnen wir:
- Höchstpreis, bis zu dem sich der Strom vom Dach lohnt: 10,0 ct Energiepreis plus 11,776 ct aus der Tabelle sind 21,776 ct/kWh.
- Ersparnis je kWh vom Dach: 21,776 minus 15,0 ct sind 6,776 ct.
- Ersparnis im Jahr: 180.000 kWh mal 6,776 ct sind rund 12.197 €.
- Mit Entlastung nach § 9b StromStG sinkt der Vorteil je kWh um 2,0 ct auf 4,776 ct. Das sind rund 8.597 € im Jahr.
- Für den Reststrom von 270.000 kWh holen wir Angebote mehrerer Versorger ein.
Ein Off-site-PPA zum selben Preis von 15,0 ct wäre in diesem Beispiel teurer als der bisherige Vertrag. Es müsste unter 10,0 ct/kWh liegen, weil Netzentgelt, Umlagen und Steuer bleiben.
Auf der Seite zur Dachpacht kommt dasselbe Beispiel auf 15.588 € im Jahr. Der Unterschied liegt in der Methode. Dort gilt der Durchschnittspreis von 23,66 ct/kWh für Nicht-Haushalte mit 20 bis 500 MWh Jahresverbrauch (Destatis, 1. Halbjahr 2026). Davon gehen 15 ct ab. Dieser Durchschnitt enthält auch Grundpreis und Leistungspreis. Strom vom Dach ersetzt beide nicht. Hier rechnen wir nur mit den Bestandteilen, die je Kilowattstunde entfallen. Daher liegt das Ergebnis mit 12.197 € niedriger. Beide Zahlen gelten nur für die angenommenen Werte. Für Ihren Betrieb rechnen wir mit Ihrer Rechnung.
Zum Vergleich die eigene Anlage: Bei großen Dachanlagen kostet die Kilowattstunde vom Dach 5,7 bis 12,0 ct. Das nennt Fraunhofer ISE in einer Studie vom Juli 2024, Preisstand 2024. Für Ihr Projekt zählen nur Angebote. Bei der eigenen Anlage investieren Sie selbst und tragen Betrieb und Versicherung. Den Vergleich mit Rechnung zeigt der Beitrag Dach verpachten oder selbst bauen. Die eigene Anlage beschreibt unsere Seite Photovoltaik für Gewerbe.
Worauf achten Sie im PPA-Vertrag?
Ein PPA bindet Sie für Jahre an einen Preis und an eine Anlage. Prüfen Sie vor der Unterschrift diese Punkte:
- Laufzeit. Passt sie zu Ihren Plänen für Standort, Gebäude und Produktion? Ein Umzug beendet den Vertrag nicht von selbst.
- Preis. Ist er fest, steigt er in Stufen oder folgt er einem Index? Gibt es eine Ober- und eine Untergrenze?
- Abnahmepflicht. Zahlen Sie nur für Strom, den Sie verbrauchen, oder für alles, was die Anlage erzeugt? Gibt es eine Mindestmenge?
- Lieferform. Lieferung nach Erzeugung oder festes Band? Wer verkauft Überschüsse, und wer trägt negative Preise?
- Reststrom. Dürfen Sie den restlichen Strom frei einkaufen?
- Herkunftsnachweise. Stehen sie im Vertrag, mit Anlage, Menge und Frist für die Entwertung?
- Gesetzesänderungen. Was gilt, wenn sich Steuern, Umlagen oder die EEG-Förderung ändern?
- Sicherheiten. Welche Bürgschaft verlangt der Betreiber von Ihnen, und welche Sicherheit stellt er?
- Beim On-site-PPA zusätzlich: Rückbau am Ende, Sicherheit für den Fall seiner Insolvenz, Dachsanierung während der Laufzeit und das Messkonzept mit dem Netzbetreiber.
Der Regierungsentwurf für das EEG 2027 (Drucksache 21/7867 vom 07.09.2026) soll die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen abschaffen. Neue Anlagen sollen ihren Strom direkt vermarkten, schrittweise nach Leistungsklassen. Der Betreiber verkauft den Strom dann selbst oder über einen Händler am Markt. Der Entwurf hatte am 24.09.2026 die 1. Lesung und am 05.10.2026 eine Anhörung. Beschlossen ist er nicht, Stand 09.10.2026. Anlagen, die vor dem 01.01.2027 in Betrieb gehen, behalten laut Entwurf die heutigen Regeln. Ändert sich die Förderung, ändern sich auch die Rechnungen der Betreiber. Deshalb gehört eine Klausel für Gesetzesänderungen in jeden Vertrag.
Welche Fehler machen PPA-Strom teuer?
Jeder dieser Fehler lässt sich vor der Unterschrift vermeiden.
| Fehler | Folge | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Off-site-PPA mit dem Gesamtpreis Ihrer Rechnung verglichen | Die Ersparnis wirkt zu groß, weil Netzkosten bleiben. | Nur mit dem Energiepreis vergleichen. |
| Stromsteuer-Vorteil von 2,05 ct/kWh für einen § 9b-Betrieb eingerechnet | Die Ersparnis wirkt um 2,0 ct/kWh zu groß. | Mit 0,05 ct/kWh rechnen. |
| Sinkenden Leistungspreis eingeplant | Ihre Spitze im Winter bleibt, der Leistungspreis auch. | Lastgang vorher auswerten. |
| Zu viel Menge gebunden | Sie kaufen Strom, den Sie nicht brauchen, und verkaufen ihn am Spotmarkt. | Nur den Teil binden, den Sie über die Laufzeit sicher verbrauchen. |
| Mieterstrom mit Zuschlag gewählt, ohne den Reststrom zu prüfen | Der Betreiber liefert den Reststrom, eventuell teurer als Angebote mehrerer Versorger. | Beide Modelle mit Ihren Zahlen rechnen. |
| Herkunftsnachweise nicht im Vertrag | Sie zahlen für Grünstrom ohne Nachweis. | Anlage und Nachweise schriftlich festlegen. |
Wie passt PPA-Strom zu Ihren Stromverträgen?
Sie geben die Arbeit rund um Ihren Strom an uns ab und sparen Zeit und Geld. Ein PPA ersetzt nur einen Teil Ihres Stroms. Den Rest beziehen Sie weiter über einen Liefervertrag. Deshalb gehören PPA und Angebote für den Reststrom in eine Rechnung.
Ein PPA ist für uns eine weitere Möglichkeit, Strom zu kaufen, neben den fünf Tarifmodellen, die wir anbieten. Diese Modelle erklärt die Seite Beschaffungsmodelle im Vergleich.
So gehen wir vor:
- Ihr Lastgang zeigt den Verbrauch in jeder Viertelstunde. Die Auswertung macht sichtbar, wie viel Solarstrom Sie tagsüber selbst nutzen können.
- Wir prüfen, ob für Ihr Dach ein On-site-PPA mit Dachpacht oder eine eigene Anlage passt. Bei der Dachpacht holen wir Angebote mehrerer Pachtanbieter ein und vergleichen sie wirtschaftlich.
- Liegt ein Off-site-PPA-Angebot vor, vergleichen wir seinen Preis mit dem Energiepreis aus Angeboten mehrerer Versorger. Wir nehmen denselben Stichtag und dasselbe Lieferprofil.
- Für den Reststrom holen wir Angebote mehrerer Versorger ein. Das gehört zu unserer Leistung Energieeinkauf und Vertragsoptimierung.
- Wir führen die Fristen Ihres Stromvertrags und melden uns, bevor sie ablaufen.
Sie sparen zuerst dort, wo Sie nichts investieren müssen, bei Ihren Stromverträgen. Ob ein PPA oder eine eigene Anlage zusätzlich passt, rechnen wir Ihnen vor. Sie entscheiden selbst. Ein fester Ansprechpartner betreut Sie dabei, und Sie müssen nicht selbst mit mehreren Anbietern verhandeln.
Den Vertrag schließen Sie direkt mit dem Anbieter oder dem Pachtanbieter. Wie wir vergütet werden, steht offen auf unserer Preisseite.
Häufige Fragen
Was bedeutet PPA-Strom?
PPA-Strom ist Strom, den ein Unternehmen über ein Power Purchase Agreement direkt beim Betreiber einer Anlage kauft. Der Vertrag legt Menge, Preis und Laufzeit für mehrere Jahre fest. Er gilt für eine bestimmte Anlage, nicht für einen Strommix.
Was ist der Unterschied zwischen On-site-PPA und Off-site-PPA?
Beim On-site-PPA steht die Anlage auf Ihrem Gelände, der Strom fließt ohne öffentliches Netz. Netzentgelt und Umlagen fallen auf diesen Strom nicht an. Beim Off-site-PPA steht die Anlage woanders, der Strom kommt über das Netz. Dann zahlen Sie alle Netzkosten weiter.
Kann ich PPA-Strom als mittelständischer Betrieb kaufen?
Ja. Für ein On-site-PPA brauchen Sie ein geeignetes Dach und Stromverbrauch am Tag. Für ein Off-site-PPA prüft der Betreiber Ihre Bonität, weil er seine Anlage zum Teil über Ihren Vertrag finanziert.
Wie hoch ist der PPA-Strompreis?
Einen amtlichen PPA-Strompreis gibt es nicht, jeder Preis wird verhandelt. Solarstrom war an der Börse 2025 im Mittel 4,508 ct/kWh wert. Vergleichen Sie einen On-site-PPA mit Ihrem Energiepreis plus Netzentgelt, Umlagen und Steuern. Vergleichen Sie einen Off-site-PPA nur mit dem Energiepreis.
Senkt ein PPA meine Netzentgelte?
Ein On-site-PPA spart das verbrauchsabhängige Netzentgelt für jede Kilowattstunde vom Dach. Den leistungsabhängigen Kostenanteil senkt es nur, wenn auch Ihre höchste Viertelstunde im Jahr sinkt. Ein Off-site-PPA senkt die Netzentgelte nicht.
Bekomme ich mit einem PPA einen Grünstrom-Nachweis?
Nur wenn der Vertrag Herkunftsnachweise vorsieht. Das Umweltbundesamt stellt sie nur für Strom aus, für den der Betreiber keine EEG-Zahlung erhält (§ 79 Abs. 1 EEG). Lassen Sie Anlage, Menge und Entwertung im Vertrag festlegen.
Wie lange läuft ein PPA-Vertrag?
PPA-Laufzeiten liegen zwischen 5 und 30 Jahren (Solar Cluster Baden-Württemberg). Beim On-site-PPA mit Dachpacht läuft der Pachtvertrag mindestens 20 Jahre. Binden Sie nur die Menge, die Sie über die ganze Laufzeit sicher brauchen.
Was kostet Ihre Beratung zu PPA-Strom?
Die Erstanalyse ist kostenlos und unverbindlich. Sie zahlen uns nichts zusätzlich. Wie wir vergütet werden, steht offen auf unserer Preisseite.
Quellen (Stand Oktober 2026) 21
- § 12 Abs. 1 EnFG (Umlagen als Aufschlag auf die Netzentnahme), abgerufen am 09.10.2026
- § 9 Abs. 1 Nr. 3 StromStG (Anlagen bis 2 MW, Leistung an Letztverbraucher im räumlichen Zusammenhang), abgerufen am 09.10.2026
- § 12b Abs. 3 StromStV (räumlicher Zusammenhang 4,5 km), abgerufen am 09.10.2026
- § 3 StromStG (20,50 € je MWh) und § 9b StromStG (Entlastung 20 € je MWh), abgerufen am 09.10.2026
- § 48 Abs. 1 EnWG (Konzessionsabgaben), abgerufen am 09.10.2026
- § 5 Abs. 1 EnWG (Anzeige nur bei Belieferung von Haushaltskunden) und § 3 Nr. 57 EnWG (Haushaltskunde bis 10.000 kWh), abgerufen am 09.10.2026
- §§ 40, 41, 42 EnWG (Rechnung, Vertrag, Stromkennzeichnung), abgerufen am 09.10.2026
- § 42a EnWG (Mieterstromvertrag, Abs. 2 Satz 6) und § 42b EnWG (gemeinschaftliche Gebäudeversorgung, Abs. 3 und 4), abgerufen am 09.10.2026
- § 21 Abs. 3, § 21b Abs. 1 und § 23c EEG 2023 (Veräußerungsformen, monatlicher Wechsel, anteilige Berechnung je Leistungsstufe) , https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__23c.html , abgerufen am 09.10.2026
- § 79 Abs. 1 und § 80 Abs. 1 und 2 EEG 2023 (Herkunftsnachweise, Doppelvermarktungsverbot) und https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__80.html , abgerufen am 09.10.2026
- Bundesnetzagentur, Fördersätze EEG (Mieterstromzuschlag bei Inbetriebnahme 01.08. bis 31.12.2026), abgerufen am 09.10.2026
- Bundesnetzagentur, Pressemitteilung „Bundesnetzagentur veröffentlicht Daten zum Strommarkt 2025“ vom 05.01.2026 (Day-Ahead 89,32 €/MWh, 573 Stunden mit negativen Preisen), abgerufen am 09.10.2026
- netztransparenz.de, Marktwertübersicht (Jahresmarktwert Solar 2025: 4,508 ct/kWh), abgerufen am 09.10.2026
- netztransparenz.de, Umlagen 2026 (KWKG, Offshore, Aufschlag für besondere Netznutzung), abgerufen am 09.10.2026
- § 2 KAV (Höchstbetrag Konzessionsabgabe Sondervertragskunden Strom 0,11 ct/kWh), abgerufen am 09.10.2026
- N-ERGIE Netz GmbH, Preisblätter Strom 2026, netto, abgerufen am 09.10.2026
- Deutscher Bundestag, Textarchiv KW 39/2026, EEG-Novelle 2027 (Drucksache 21/7867, 1. Lesung 24.09.2026, Anhörung 05.10.2026), abgerufen am 09.10.2026
- Deutscher Bundestag, Drucksache 21/7867 vom 07.09.2026 (Regierungsentwurf EEG 2027), abgerufen am 09.10.2026
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 345 vom 30.09.2026 (Strompreis Nicht-Haushalte 20 bis 500 MWh: 23,66 ct/kWh, 1. Halbjahr 2026, vorläufig), abgerufen am 09.10.2026
- Solar Cluster Baden-Württemberg, Leitfaden Photovoltaik in Gewerbe und Industrie, 5. Auflage April 2025, S. 17 (PPA-Laufzeiten 5 bis 30 Jahre), abgerufen am 09.10.2026
- Fraunhofer ISE, Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien, Juli 2024 (Ertrag 935 bis 1.280 kWh/kWp, Gestehungskosten große Dachanlagen 5,7 bis 12,0 ct/kWh), abgerufen am 09.10.2026