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5 Maßnahmen: Energiekosten senken ohne Investition

5 Min. Lesezeit

Energiekosten senken – ohne große Investitionen

Sie wollen Ihre Energiekosten senken, aber nicht sofort in neue Anlagen oder große Projekte investieren? Diese fünf praxiserprobten Maßnahmen lassen sich mit überschaubarem Aufwand umsetzen – und machen sich in vielen Fällen bereits im ersten Jahr in Ihren Zahlen bemerkbar.

Insbesondere relevant für Geschäftsführung, CFO, Controlling, technische Leitung und Energiebeauftragte in energieintensiven Unternehmen.

1. Lastspitzen vermeiden und Netzentgelte senken

Die höchste Viertelstundenlast im Jahr bestimmt einen erheblichen Teil Ihrer Netzentgelte. Schon eine Reduzierung um 10 kW kann – je nach Netzgebiet und Tarif – mehrere tausend Euro pro Jahr einsparen.

So gehen Sie vor:

  • Analysieren Sie Ihre Lastgänge (15-Minuten-Werte) aus den Abrechnungen oder dem Energiemanagementsystem
  • Identifizieren Sie die größten Verbraucher in Zeiten mit Leistungsspitzen
  • Prüfen Sie, welche Prozesse zeitlich verschoben oder geglättet werden können (z. B. Vorwärmprozesse, Wasch-/Reinigungszyklen, nicht zeitkritische Maschinenläufe)
  • Führen Sie einfaches Lastmanagement ein – zunächst organisatorisch, später ggf. durch automatisierte Steuerung
  • Überwachen Sie regelmäßig Ihre Spitzenlasten und vergleichen Sie diese mit den Vorjahren

Praxis-Beispiel:
Ein mittelständisches Produktionsunternehmen konnte durch gezielte Lastverschiebung seine Spitzenlast um 15 % senken.
Ergebnis: rund 8.000 € weniger Netzentgelte pro Jahr – ohne zusätzliche Investitionen in neue Anlagen.

Kurzfristiger Effekt: Reduktion der Leistungspreise und verbesserte Ausgangsbasis für spätere Netzentgeltoptimierung (z. B. atypische Netznutzung).

2. Vertragslaufzeiten und Konditionen konsequent prüfen

Viele Unternehmen lassen ihre Strom- und Gasverträge automatisch verlängern – oft zu Bedingungen, die nicht mehr marktgerecht sind. Ein klassischer „Stillstandskosten“-Faktor.

Unser Tipp für CFOs und Controlling:

  • Pflegen Sie ein einfaches Vertragsregister mit Laufzeiten, Kündigungsfristen und Volumina
  • Prüfen Sie mindestens 6–9 Monate vor Vertragsende, ob Handlungsbedarf besteht
  • Holen Sie Angebote von mindestens 3–5 Anbietern ein – idealerweise über eine strukturierte Ausschreibung
  • Achten Sie neben Arbeitspreis und Grundpreis auf:
    • Preisgleitklauseln und Risikozuschläge
    • Laufzeiten und Verlängerungsmechanismen
    • Regelungen zu Mehr- und Minderabnahmen
  • Ziehen Sie bei größeren Volumina professionelle Unterstützung für die Ausschreibung und Verhandlung hinzu

Typische Effekte:
Je nach Ausgangslage sind bei einer sauberen Vertragsoptimierung 5–20 % Einsparung gegenüber automatisch verlängerten Altkonditionen möglich.

3. Lieferstellen bündeln und Verhandlungsmacht erhöhen

Unternehmen mit mehreren Standorten, Filialen oder vielen Zählpunkten verschenken häufig Potenzial, wenn jede Einheit einzeln beschafft.

Vorteile einer Lieferstellenbündelung:

  • Höheres Gesamtvolumen stärkt Ihre Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten
  • Einheitliche Konditionen statt fragmentierter Einzelverträge
  • Reduzierter administrativer Aufwand (z. B. weniger Rechnungen, klarere Zuständigkeiten)
  • Bessere Grundlage für strategische Beschaffung und Risiko­management

Geeignet insbesondere für:

  • Unternehmensgruppen mit mehreren Produktions- oder Logistikstandorten
  • Filialisten im Handel oder Dienstleistungsbereich
  • Hausverwaltungen und Immobilienportfolios mit vielen Zählpunkten

Typische Einsparung:
Bis zu 15 % bessere Konditionen sind realistisch, wenn zuvor sehr kleinteilig und uneinheitlich beschafft wurde.

4. Beleuchtung auf LED umstellen – klassischer Quick Win

Die Umstellung auf LED-Beleuchtung gehört zu den Maßnahmen mit der kürzesten Amortisationszeit. Gerade in Hallen, Lagern, Parkhäusern oder Büroflächen mit langen Brennzeiten liegen hier oft noch ungenutzte Potenziale.

AspektKonventionelle TechnikLED
Stromverbrauch100 %ca. 30–50 %
Lebensdauer1.000–2.000 hbis zu 50.000 h
WartungsaufwandHochGering / minimal
Typische Amortisationca. 12–24 Monate

Vorgehen in der Praxis:

  • Erfassen Sie die größten Beleuchtungszonen (Hallen, Außenbereiche, Flure, Parkflächen)
  • Ermitteln Sie die jährlichen Brennzeiten und den aktuellen Stromverbrauch
  • Priorisieren Sie Bereiche mit hoher Laufzeit und geringem Tageslichtanteil
  • Prüfen Sie, ob sich die Umstellung mit Fördermitteln kombinieren lässt
  • Planen Sie ggf. eine schrittweise Umsetzung, beginnend bei den „schnellsten Amortisationskandidaten“

Typische Einsparung:
Rund 50–70 % geringere Stromkosten für Beleuchtung, je nach Ausgangssituation und Betriebszeiten.

5. Druckluft-Leckagen systematisch beseitigen

In vielen produzierenden Unternehmen ist Druckluft einer der teuersten Energieträger – und gleichzeitig einer der größten „versteckten“ Verlustquellen.
Nicht selten gehen 20–30 % der erzeugten Druckluft über Leckagen verloren.

Quick-Win-Ansatz:

  • Führen Sie mindestens quartalsweise Leckage-Checks durch
  • Nutzen Sie Ultraschall-Leckage-Messgeräte oder beauftragen Sie spezialisierte Dienstleister
  • Legen Sie einen einfachen Maßnahmenplan an: Fundstelle, geschätzter Verlust, Termin der Behebung
  • Schulen Sie Mitarbeiter in Produktion und Instandhaltung, Leckagen zu erkennen und zu melden
  • Dokumentieren Sie die Beseitigung und – soweit möglich – die geschätzten Einsparungen

Beispielhafte Größenordnung:
Bei einem mittelgroßen Druckluftsystem sind Einsparungen von 5.000 € pro Jahr und mehr keine Seltenheit, wenn bislang wenig systematisch geprüft wurde.

Fazit: Kleine Maßnahmen, große Wirkung

Diese fünf Maßnahmen erfordern keine grundlegenden Umbauten oder Großinvestitionen – wohl aber:

  • etwas Aufmerksamkeit für die eigenen Daten (Verbrauch, Lastgänge, Verträge)
  • klare Zuständigkeiten zwischen Technik, Einkauf und Controlling
  • einen strukturierten Blick auf Energiekosten als Steuerungsgröße

Der Return on Investment liegt bei vielen Quick Wins deutlich unter 12 Monaten, teils sogar im Bereich weniger Monate.

Zusammenfassung der Einsparpotenziale

  1. Lastspitzen vermeiden
    ⇒ ca. 5–15 % Reduktion der Netzentgelte möglich

  2. Vertragslaufzeiten & Konditionen optimieren
    5–20 % geringere Energiepreise im Vergleich zu automatisch verlängerten Altverträgen

  3. Lieferstellen bündeln
    ⇒ bis zu 15 % bessere Konditionen durch höhere Verhandlungsmacht

  4. LED-Umstellung
    50–70 % weniger Stromkosten für Beleuchtung, häufig amortisiert in 1–2 Jahren

  5. Druckluft-Leckagen beseitigen
    20–30 % weniger Druckluftverluste, je nach Ausgangslage Einsparungen im vier- bis fünfstelligen Euro-Bereich pro Jahr

Brauchen Sie Unterstützung bei der Identifikation Ihrer Quick Wins?

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Hinweis: Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert, um neue Entwicklungen bei Energiepreisen, Fördermitteln und gesetzlichen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.

Themen in diesem Artikel:
Energiekosten Sofortmaßnahmen Einsparpotenzial Praxistipps Netzentgelte Vertragsoptimierung

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